Sie sind nicht angemeldet.

  • anmelden
  • registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Wer ist Gott? Diskussion zum Thema Gott und Glaube. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

1

Mittwoch, 24. Dezember 2008, 11:32

Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

Dieses Forum dient dazu, die folgende Frage sowie die dazugehörige Antwort von weristgott.info zu diskutieren:

Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

Wir freuen uns auf eine sachliche und konstruktive Diskussion!

Andreas

Anfänger

Registrierungsdatum: 2. Januar 2009

Beiträge: 8

2

Sonntag, 18. Januar 2009, 22:49

Hallo zusammen, dies ist mein erster Beitrag. :)

Mir sind auf Ihrer Website zu Ihren Fragestellungen und Ihren Antworten darauf einige Fehler aufgefallen. Daher lege ich Diese gleich mal an der richtigen Stelle im Forum dar:

Sie schreiben, gemäß dem Kausalitätsprinzip, also Wirkung und Ursache (wobei eine Ursache zugleich selbst eine Wirkung ist und wiederum etwas bedarf, was in den unendlichen Regress führt) könne nur auf eine Art aufgelöst werden, in dem man eine Unendlichkeit annimmt. Das ist aber falsch, es geht noch auf eine andere Art. Sie schreiben -

Zitat

Da etwas Existierendes also immer eine Ursache haben muss und niemals aus dem Nichts entstanden sein kann[...]

Eben doch, etwas kann aus dem Nichts entstehen, denn nehmen wir an es gab mal ein Nichts, bevor es das Universum entstand, ein Nichts in dem, wie es eben das Wort sagt, nichts existiert, so existieren natürlich auch keine Gesetzesmäßigkeiten (die ja beobachtbar und beschreibbar sind). Damit gibt es in einem Nichts auch kein Kausalitätsprinzip. Ergo kann aus dem Nichts eben doch etwas entstehen, nämlich etwas was keiner Ursache (die wiederum eine Ursache benötigt) bedarf. Nun ist dieses Kausalitätsprinzip von uns Menschen entdeckt und ausformuliert worden, dieses Prinzip trifft anscheinend aber nur auf Existenzen zu.

Ein zweiter Fehler, sie schreiben -

Zitat

Die Realität zeigt jedoch, dass die Materie dem Verfall unterliegt und demnach nicht ewig, sondern endlich ist.

Ihre Schlussfolgerung ist falsch, etwas was zerfällt verschwindet ja nicht sondern wird nur etwas anderes, wenn ich sterbe, so wird mein Körper lediglich umgewandelt, er verwest, der Zustand eines Stückes von Materie was früher meinen Körper ausgemacht hat, mag nicht mehr da sein, aber die Materie ist an sich ist immer noch da, nur umgewandelt. Auch wissen wir aus der Wissenschaft, dass Energie und Materie in einem geschlossenen System (Universum) weder erzeugt noch vernichtet werden kann, lediglich umgewandelt, siehe Energieerhaltungssatz (bei wikipedia etwa).

Sie schreiben -

Zitat

Außerdem stellt sich die Frage, wie wir Menschen - mit unseren Emotionen, unseren Sehnsüchten und unserem Gewissen - rein zufällig aus einer Materie ohne Emotionen, ohne Sehnsüchte und ohne Gewissen entstanden sein können.

Wissen sie überhaupt was Emotionen sind? Bewusstsein? Was diese im Körper "anrichten"?

weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

3

Montag, 19. Januar 2009, 19:21

Mir sind auf Ihrer Website zu Ihren Fragestellungen und Ihren Antworten darauf einige Fehler aufgefallen. Daher lege ich Diese gleich mal an der richtigen Stelle im Forum dar:

Hallo Andreas, kritische Anmerkungen zu den Inhalten von weristgott.info sind jederzeit willkommen! Schließlich ist es das Ziel unserer Internetseite, den konstruktiven Dialog zum Thema Gott und Glaube zu fördern. Im Folgenden werden wir daher auf Deine einzelnen Einwände im Detail eingehen.

Sie schreiben, gemäß dem Kausalitätsprinzip, also Wirkung und Ursache (wobei eine Ursache zugleich selbst eine Wirkung ist und wiederum etwas bedarf, was in den unendlichen Regress führt) könne nur auf eine Art aufgelöst werden, in dem man eine Unendlichkeit annimmt. Das ist aber falsch, es geht noch auf eine andere Art: [...] Etwas kann aus dem Nichts entstehen, denn nehmen wir an es gab mal ein Nichts, bevor es das Universum entstand, ein Nichts in dem, wie es eben das Wort sagt, nichts existiert, so existieren natürlich auch keine Gesetzesmäßigkeiten (die ja beobachtbar und beschreibbar sind). Damit gibt es in einem Nichts auch kein Kausalitätsprinzip. Ergo kann aus dem Nichts eben doch etwas entstehen, nämlich etwas was keiner Ursache (die wiederum eine Ursache benötigt) bedarf. Nun ist dieses Kausalitätsprinzip von uns Menschen entdeckt und ausformuliert worden, dieses Prinzip trifft anscheinend aber nur auf Existenzen zu.

Du hast Recht: Es ist natürlich grundsätzlich denkbar, dass der Urknall und damit das gesamte Universum aus dem Nichts entstanden ist (wir haben dies inzwischen als zusätzliche Option in unserer Antwort integriert). Die Annahme eines solchen Nichts (was auch immer das sein soll) würde allerdings bedeuten, dass alles Existierende – wir Menschen, die Tiere, die Natur, die Erde, unsere Galaxie, das gesamte Universum, einfach alles! – seinen Ursprung im Nichts hat. Wenn man dies annimmt, dann bleibt jedoch weiterhin die Frage offen, wie und warum aus dem Nichts plötzlich alles Existierende entstehen konnte. Wie kann es sein, dass Materie ihren Ursprung in Nicht-Materie hat? Logisch ist das nicht, aber die Logik ist Deiner Argumentation zufolge vermutlich auch erst mit dem Urknall entstanden bzw. wurde irgendwann von den Menschen „entdeckt“, so dass das Nichts auch keiner Logik bedarf. Das ist ein ziemlich interessantes und fast schon philosophisches Gedankenspiel, aber wie plausibel oder wahrscheinlich es ist, muss am Ende jeder für sich persönlich entscheiden. Die Annahme eines ursprünglichen, absoluten Nichts ist damit – genau wie die Annahme eines ewigen Gottes – letztlich eine Glaubensfrage.

Ein zweiter Fehler, sie schreiben: „Die Realität zeigt jedoch, dass die Materie dem Verfall unterliegt und demnach nicht ewig, sondern endlich ist.“ Ihre Schlussfolgerung ist falsch, etwas was zerfällt verschwindet ja nicht sondern wird nur etwas anderes, wenn ich sterbe, so wird mein Körper lediglich umgewandelt, er verwest, der Zustand eines Stückes von Materie was früher meinen Körper ausgemacht hat, mag nicht mehr da sein, aber die Materie ist an sich ist immer noch da, nur umgewandelt. Auch wissen wir aus der Wissenschaft, dass Energie und Materie in einem geschlossenen System (Universum) weder erzeugt noch vernichtet werden kann, lediglich umgewandelt, siehe Energieerhaltungssatz (bei wikipedia etwa).

Auch hier hast Du zunächst Recht: Der Energieerhaltungssatz besagt, dass sich die Gesamtenergie innerhalb eines abgeschlossenen Systems (also z.B. des Universums) im Zeitablauf nicht verändert. Gleichzeitig wird in der Physik jedoch davon ausgegangen, dass unser Universum einen absoluten Anfang hat und auch ein absolutes Ende haben wird, also gerade nicht ewig ist. Aus diesem Grund ist der Energieerhaltungssatz im Zusammenhang mit der experimentell hinreichend bestätigten Allgemeinen Relativitätstheorie auch unter bestimmten Bedingungen ungültig. Problematisch wird dies vor allem dann, wenn man davon ausgeht, dass alles Existierende seinen Ursprung im Nichts hat (s.o.): Denn wie kann alles einen Ursprung haben (selbst wenn man diesen Ursprung als „Nichts“ definiert), aber gleichzeitig ewig sein?

Sie schreiben „Außerdem stellt sich die Frage, wie wir Menschen - mit unseren Emotionen, unseren Sehnsüchten und unserem Gewissen - rein zufällig aus einer Materie ohne Emotionen, ohne Sehnsüchte und ohne Gewissen entstanden sein können.“ Wissen sie überhaupt was Emotionen sind? Bewusstsein? Was diese im Körper "anrichten"?

Was Emotionen, Sehnsüchte und Gewissen sind – und vor allem: woher sie kommen –, ist selbst in der modernen Wissenschaft bislang nicht abschließend geklärt. Doch auch wenn man davon ausgehen möchte, dass Emotionen, Sehnsüchte und Gewissen nicht mehr und nicht weniger sind als biochemische Reaktionen (und damit letztlich Materie), dann erklärt dies nicht ihren Ursprung. Auch hier verbleiben also wieder nur die drei o.g. Möglichkeiten: Emotionen, Sehnsüchte und Gewissen stammen entweder (1) aus dem Nichts, (2) aus einer ewigen Materie oder (3) von einem ewigen, liebevollen und gerechten Gott. Und welche dieser drei Optionen man für am plausibelsten und wahrscheinlichsten erachtet, ist wiederum eine Frage des Glaubens bzw. der Überzeugung. Und es ist eine Frage dessen, woran man glauben möchte: daran, dass alles Existierende nur zufällig existiert, weil es ohne erkennbaren Grund aus dem Nichts oder aus einer „seelenlosen“ Materie entstanden ist, oder daran, dass alles Existierende seinen Ursprung in einem Gott hat, der unserem Leben einen höheren Sinn gibt.

Es ist uns wichtig, nochmals zu betonen, dass dies nicht eine Frage des Wissens, sondern des Glaubens ist. Und wir möchten mit unserem Internetauftritt niemandem vorschreiben, was er zu glauben hat, sondern lediglich Impulse für das Nachdenken über den Ursprung und den Sinn des Lebens geben.

anatta

Anfänger

Registrierungsdatum: 20. Januar 2009

Beiträge: 4

4

Dienstag, 20. Januar 2009, 14:36

Der Mythos von der Entstehung aus dem Nichts hält sich zwar hartnäckig, wird aber deshalb nicht richtiger. Mit dem Standardmodell kann man weder den Urknall selbst noch den Zustand direkt danach beschreiben. Dort versagt einfach unsere Physik. Und Aussagen über den Zustand "vor" dem Urknall kann und will diese Theorie nicht liefern. Aus der Urknall-Theorie folgt also nicht eine Entstehung aus einem Nichts.

Neuere Theorien (z.B. Ekpyrotisches Universum) versuchen die Ursachen des Urknalls zu beschreiben, gehen dabei aber nicht von creatio ex nihilo aus.

Es stellt sich aber doch folgende Frage. Die Annahme einer Entstehung aus dem Nichts führt zu einem Widerspruch. Aus einem Nichts kann aber auch kein Gott entstehen. Also muss ich annehmen das Gott schon ewig existiert. Warum sollte aber Materie/Energie diese Eigenschaft nicht auch besitzen?

mfg. anatta

weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

5

Dienstag, 20. Januar 2009, 16:51

[...] Es stellt sich aber doch folgende Frage. Die Annahme einer Entstehung aus dem Nichts führt zu einem Widerspruch. Aus einem Nichts kann aber auch kein Gott entstehen. Also muss ich annehmen das Gott schon ewig existiert. Warum sollte aber Materie/Energie diese Eigenschaft nicht auch besitzen?

Richtig, theoretisch denkbar wäre das. Aber das haben wir in unserer Antwort zu der Frage auch explizit geschrieben. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen der Annahme "ewiger Materie" und der Annahme eines "ewiges Gottes":

Wenn man annimmt, dass die Materie ewig ist, dann ist die Frage nach dem Ursprung alles Existierenden (und damit aller Materie) nicht beantwortbar. Denn dann hat alle Materie ihren Ursprung in sich selbst, da sie ewig ist. Am Ende "beißt" sich bei dieser Argumentation also "die Katze in den eigenen Schwanz".

Wenn man hingegen annimmt, dass es einen ewigen Gott gibt, dann ist die Frage nach dem Ursprung alles Existierenden (und damit aller Materie) beantwortbar. Denn dann hat alle Materie ihren Ursprung in einem ewigen Gott, der selbst keine Materie ist und daher keines Ursprungs bedarf.

Die Annahme ewiger Materie ist also nur dann aufrecht zu erhalten, wenn man stattdessen die Annahme verwirft, dass alles Existierende einen Ursprung bzw. eine Ursache hat. Wie wahrscheinlich und plausibel dies (angesichts der in der Realität beobachtbaren Phänomene) ist, muss jeder für sich selbst beantworten.

Da man weder die Existenz ewiger Materie noch die Existenz eines ewigen Gottes je wissenschaftlich wird beweisen oder widerlegen können, ist dies letztlich also wieder eine Frage des Glaubens bzw. der Überzeugung. Und es ist eine Frage dessen, woran man glauben möchte: daran, dass alles Existierende nur zufällig existiert, weil es ohne erkennbaren Grund aus einer „seelenlosen“ Materie entstanden ist, oder daran, dass alles Existierende seinen Ursprung in einem Gott hat, der unserem Leben einen Sinn gibt.

Sabine

Schüler

Registrierungsdatum: 5. Februar 2009

Beiträge: 126

6

Donnerstag, 5. Februar 2009, 13:02

Zum Thema "Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?"

Hallo zusammen,
zum Thema "Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?" möchte ich etwas sagen.
Ich bin mir sicher, dass Gottes Existenz sich beweisen lässt. Jedenfalls gibt es ein sichtbares Zeichen, welches von Gott stammt und welches auch von ihm hervorgerufen wird, das keiner von uns leugnen kann es je gesehen zu haben.
Ich spreche von einem Zeichen, das jedesmal erscheint, wenn Gott seines Bundes mit den Menschen und allem was lebt auf dieser Welt gedenkt. Dieser Bund entstand nach der Sintflut(wie es in der Bibel im Buch "Genesis" beschrieben ist). Dieses Zeichen erscheint jedesmal, wenn es regnet und zur gleichen Zeit die Sonne scheint. In der Bibel steht, dass Gott auf dieses Zeichen schaut nachdem er es in die Wolken des Himmels gesetzt hat, wenn er seines Bundes mit den Menschen und allem was lebt gedenkt.

Dieses Zeichen ist der Regenbogen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Antari1« (6. August 2009, 10:18)


weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

7

Donnerstag, 5. Februar 2009, 16:03

Hallo Sabine, vielen Dank für Deinen Beitrag.

Ein Regenbogen ist jedoch kein (wissenschaftlicher) Beweis für die Existenz Gottes.

Sabine

Schüler

Registrierungsdatum: 5. Februar 2009

Beiträge: 126

8

Sonntag, 8. Februar 2009, 16:45

Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

Ihr habt mit eurer Behauptung, dass sich Gottes Existenz "wissenschaftlich" nicht beweisen lässt, wahrscheinlich recht. Dennoch habe ich hier Einwände. Ich kenne keinen Menschen, der mit Hilfe der Wissenschaft Gottes Existenz beweisen könnte. Das Problem hierbei ist, dass die Wissenschaft viel zu irdisch denkt. Gottes Existenz kann man nicht mit irdischem Denken beweisen. Man muss innerlich davon überzeugt sein (den Glauben besitzen). Ja, man sollte nicht nur das glauben, was die Wissenschaft uns vorgaukelt. Deshalb habe ich hier ein Zitat, welches genau so in der Bibel steht, aufgeschrieben. Schaut doch mal in der Bibel nach.
1 Mo 9,12-17: "Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen. Meinen Bogen setze ich in die Wolken, er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde. Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet. Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde."

weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

9

Sonntag, 8. Februar 2009, 17:34

Richtig, so steht es in der Bibel.

Aber für Menschen, die nicht an Gott glauben, ist das wenig hilfreich, da die Bibel für sie keine Aussagekraft besitzt. Die Existenz Gottes mit Hilfe von Bibelstellen zu belegen, ist daher problematisch, denn nur Menschen, die ohnehin schon an Gott glauben, betrachten die Inhalte der Bibel als wahr bzw. glaubwürdig.

Aber Du hast natürlich Recht: Wenn es Gott gibt, dann wird man seine Existenz niemals mit irdischem Denken beweisen können. Man kann jedoch versuchen, seine Existenz logisch zu "ergründen" (siehe hier).

Jenseits dieser sehr rational geführten Diskussion spricht die Bibel aber vor allem davon, dass man Gott subjektiv und persönlich in seinem Leben "erfahren" kann.

Sabine

Schüler

Registrierungsdatum: 5. Februar 2009

Beiträge: 126

10

Dienstag, 10. Februar 2009, 12:02

Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

Gut, nehmen wir an, es liegt z. B. eine Uhr auf einem Stein. Eine Uhr besteht aus einigen Rädchen und Schräubchen. Könnte sich ein Mensch vorstellen, dass genau diese Rädchen und Schräubchen durch Zufall in diese Uhr gekommen sind? Das sich diese Uhr von selbst zusammengebaut hat? Nein. Es muss jemanden gegeben haben, der diese Uhr gebaut hat. Das wäre dann ein Uhrmacher. Genauso ist es mit uns Menschen und der Natur. Es muss einen Schöpfergott geben, der das alles gestaltet hat. Denn sonst wären wir und die Natur nicht existent.
Nichts kann sich einfach nur durch Zufall entwickeln.

Andreas

Anfänger

Registrierungsdatum: 2. Januar 2009

Beiträge: 8

11

Dienstag, 10. Februar 2009, 18:14

Hallo Sabine, vielen Dank für Deinen Beitrag.

Ein Regenbogen ist jedoch kein (wissenschaftlicher) Beweis für die Existenz Gottes.

Und zudem stellt die "Beweisführung" von Sabine auch noch einen Zirkelschluss dar.

Wer kennt die Spaßreligion "FSM"? Das fliegende Spaghettimonster? Angenommen ich sage, die Existenz dieses nudeligen Gottes ist durch das immer wieder gerne hergestellte und gegessene Produkt Spaghetti bewiesen, weil das fliegende Spaghettimonster ja aus nichts anderem als Spaghetti besteht. Das ist dieselbe Logik.

PS: Zu den anderen Beiträgen, auch in den anderen Strängen, komme ich noch. :)

weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

12

Dienstag, 10. Februar 2009, 20:31

RE: Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

[...] Es muss einen Schöpfergott geben, der das alles gestaltet hat. Denn sonst wären wir und die Natur nicht existent. Nichts kann sich einfach nur durch Zufall entwickeln.

Tja, genau das ist eine der ganz zentralen Fragen: Ist es möglich (bzw. wie wahrscheinlich ist es), dass alles Existierende nur aus Zufall existiert?

Atheisten glauben tatsächlich, dass alles Existierende (und damit auch wir Menschen) rein zufällig aus der Materie und der Energie des Urknalls entstanden sind. Woher der Urknall und damit alle Materie und Energie kommen, ist aber selbst unter Atheisten umstritten: Manche glauben, alles Existierende ist ohne erklärbaren Grund einfach aus dem "Nichts" entstanden. Andere glauben, es ist aus einem "Chaos" entstanden. Noch andere glauben, Materie und Energie sind ewig und haben keinen Ursprung. Welche Stärken und Schwächen all diese Ansätze aufweisen, kann man in diesem Forum oder auch hier nachlesen.

Theisten, also z.B. Christen, glauben hingegen, dass alles Existierende seinen Ursprung in einem ewigen "Schöpfergott" hat. Ein solcher Glaube kann unterschiedliche Gründe haben: 1) Viele Menschen halten es für extrem unwahrscheinlich bzw. unlogisch, dass unser Universum keinen Ursprung haben soll bzw. einfach so aus dem "Nichts" entstanden sein kann. 2) Die tiefe Sehnsucht nach Liebe und Gerechtigkeit, die in jedem Menschen steckt, sowie die zahlreichen "Wunder der Natur" lassen sich für gläubige Menschen nur äußerst fragwürdig mit Hilfe der Evolutionstheorie erklären - wobei dies nicht bedeutet, dass gläubige Menschen die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zwangsläufig ablehnen (siehe hier). 3) Viele Menschen sagen, dass sie Gott in ihrem Leben "erfahren" haben - zum Beispiel durch bestimmte Ereignisse und Vorfälle, die statistisch gesehen so extrem unwahrscheinlich sind, dass sie eigentlich kein Zufall sein können. 4) Viele Menschen sagen, dass sie Gott einfach "spüren". Das heißt, sie haben das sichere Gefühl und sind daher der festen Überzeugung, dass Gott existiert. 5) Viele Menschen glauben auch deswegen an Gott, weil sie an Gott glauben möchten. Allein die Vorstellung, dass mit dem Tod alles vorbei sein soll, dass die Ungerechtigkeit in der Welt ungestraft bleiben wird und dass das Leben keinen (höheren) Sinn hat, ist für sie absolut unglaubwürdig - vor allem angesichts der unter Punkt 1) angesprochenenen geringen Wahrscheinlichkeit, dass das Universum und wir Menschen nur aus Zufall existieren. 6) Christen basieren ihren Glauben an Gott bzw. Jesus darüber hinaus auf der Überzeugung, dass die Entstehung des Christentums im 1. Jahrhundert n.Chr. in der Göttlichkeit Jesu begründet liegt (siehe hier).

Man kann sich jetzt natürlich darüber streiten, ob der Atheismus oder der Theismus das wahrscheinlichere Szenario ist. Selbst unter Wissenschaftlern gehen die Meinungen diesbezüglich auseinander. Es gibt einige Wissenschaftler, die sagen, dass die Voraussetzungen für Leben so komplex sind und dass die Entstehung von Leben so unglaublich viele Zufälle gleichzeitig erfordert, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass es keinen Gott gibt. Andere Wissenschaftler sagen wiederum, das Universum sei so unfassbar groß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo im Universum Leben existiert, gar nicht so gering ist. Das letztgenannte Argument greift jedoch zu kurz, da es nichts an der Tatsache ändert, dass die zufällige Existenz des Universums an sich extrem unwahrscheinlich bzw. unerklärbar bleibt (s.o.).

Ein anderes Argument von Atheisten - insbesondere gegenüber dem christlichen Glauben - lautet häufig, dass das große Leid in der Welt (z.B. Krankheiten und Kriege) ein Beweis dafür sei, dass Gott nicht existiert. Das schlimme dabei ist jedoch, dass die meisten Atheisten gar nicht wissen, was die Bibel eigentlich zum Thema Leid sagt. Wie die Ausführungen hier zeigen, lässt sich das Leid in der Welt nämlich durchaus mit dem Glauben an Gott vereinbaren. Das Leid in der Welt widerlegt die Existenz Gottes also keineswegs.

Dies ist nur ein Überblick über die Hauptargumente für und gegen die Existenz Gottes, aber es macht bereits deutlich, dass man Gott niemals wird beweisen oder widerlegen können. Es ist wichtig zu erkennen, dass die Frage nach der Existenz Gottes auf rein rationaler Ebene also nicht geklärt werden kann. Am Ende sind es stattdessen häufig emotionale Elemente, die darüber entscheiden, ob jemand an Gott glaubt oder nicht (siehe hierzu auch das Forum "Glaube und Zweifel, Emotionen und Verstand").

Sabine

Schüler

Registrierungsdatum: 5. Februar 2009

Beiträge: 126

13

Donnerstag, 12. Februar 2009, 19:41

Zu dem Beitrag über die "Spaßreligion" von Andreas

Die Aussage von Andreas über die "Spaßreligion" ist zwar nicht gerade schmeichelhaft. Diese Worte der Kritik werden mich aber dennoch nicht beleidigen oder verärgern. Schließlich dient "weristgott.info" ja der Kommunikation unter den Menschen bzw. der Information zum Thema Gott und Glaube. Jeder hat seine eigene Meinung. Ich bleibe bei meiner. Ich bin froh, dass es "weristgott.info" gibt. Hier kann man wenigstens mal mit anderen Menschen über Gott und den Glauben reden. Daumen hoch für "weristgott.info". :thumbsup:

FMS

unregistriert

14

Samstag, 21. Februar 2009, 21:12

Ich kenne die Spaßreligion FMS worauf natürlich auch mein Name steht!
"I got touched by his noodly Appendage" :rolleyes:
Kann ich allein Leuten die der fundamentalistische Gedanke des Kreationismus genauso aufregt, bestens empfehlen.

Doch zu dem Uhrbau beispiel:

Eine Uhr besteht aus einigen Rädchen und Schräubchen. Könnte sich ein Mensch vorstellen, dass genau diese Rädchen und Schräubchen durch Zufall in diese Uhr gekommen sind? Das sich diese Uhr von selbst zusammengebaut hat?

Nun zwei sachen sind möglich entweder hat sich der Mensch an die Welt angepasst oder sich die Welt an ihn. Wenn du einen Wissenschaftler fragst wie Lebewesen früher ohne Sauerstoff leben konnten, wird er dir sagen das es nur kleinste Bakterien gab die Kohlendioxid eingeatmet haben und Sauerstoff ausgeatmet haben. Als es irendwann viel mehr Sauerstoff als Kohlendioxid gab, evolutionierten einige der Bakterien in eine neue Art um.

Du siehst also das durch die Idee der Evolution die Theorie das es einen Gott gibt viel plausibler erscheint. Kein Wunder warum sie bei so vielen chistlichen Fanatikern (will keinen Beleidigen) so verhasst ist.

Und nochetwas:

Atheisten glauben tatsächlich, dass alles Existierende (und damit auch wir Menschen) rein zufällig aus der Materie und der Energie des Urknalls entstanden sind.

Da muss ich dir nur halb recht geben...
Atheisten sind Freidenker, also Menschen die an die warscheinlichtste Theorie glauben, oder glauben an die warscheinlichste Theorie zu glauben.
Die Frage ist nur, welche Theorie soll das sein?

Ich zum Beispiel bin offen für die Hypothese das es eine höhere Macht gibt.
Doch wer sagt mir das ich nicht ein Teil von dieser höheren Macht bin? Sozusagen ein Teil in dem göttlichen System. Immerhin besteht alles doch nur aus Energie...
Warum evolutionieren wir, warum will unser Körper uns überhaupt etwas Gutes?
Wann fängt unser "Ich" überhaupt an und wann hört es auf ?
Sind "Wir" nur das Gehirn der ganze Körper, etwas Spirituelles oder ein Teil von allem?

weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

15

Montag, 23. Februar 2009, 11:20

Atheisten sind Freidenker, also Menschen die an die warscheinlichtste Theorie glauben, oder glauben an die warscheinlichste Theorie zu glauben.

Nein, dies ist nicht die Definition von "Atheismus". Atheisten sind stattdessen Menschen, die jede Religion oder religiösen Glauben grundsätzlich ablehnen (siehe hier).

Andreas

Anfänger

Registrierungsdatum: 2. Januar 2009

Beiträge: 8

16

Freitag, 27. Februar 2009, 15:21

Zitat von »weristgott.info«

Du hast Recht: Es ist natürlich grundsätzlich denkbar, dass der Urknall und damit das gesamte Universum aus dem Nichts entstanden ist (wir haben dies inzwischen als zusätzliche Option in unserer Antwort integriert). Die Annahme eines solchen Nichts (was auch immer das sein soll) würde allerdings bedeuten, dass alles Existierende – wir Menschen, die Tiere, die Natur, die Erde, unsere Galaxie, das gesamte Universum, einfach alles! – seinen Ursprung im Nichts hat.

Genau, wobei ich mich da zu keinen Aussagen hinreißen lasse. Wie gesagt, ich behaupte nirgends etwas wäre aus dem Nichts entstanden. Dazu wissen wir noch viel zu wenig. Es wäre alles nur hypothetisch. Ich tätigte diese Aussage nur um zu zeigen dass dieser Satz von euch "Da etwas Existierendes also immer eine Ursache haben muss und niemals aus dem Nichts entstanden sein kann[...]" so nicht richtig ist.

Denkbar wäre natürlich auch noch anderes, vielleicht existiert das Universum seit Ewigkeiten, vielleicht gibt es ein "Kreislauf" von Universen (Urknall, Expansion, Zusammenbruch, Urknall, Expansion usw. usf.) des Universums. Ich lege mich aber in keinster Weise auf irgendwas fest. Sage hier lediglich, keine Ahnung und gebe mich mit dem momentanen Wissenstand zu frieden.

Zitat von »weristgott.info«

Wenn man dies annimmt, dann bleibt jedoch weiterhin die Frage offen, wie und warum aus dem Nichts plötzlich alles Existierende entstehen konnte.

Ja aber dazu weiß man zu wenig. Deswegen gibt es dazu auch keine Theorien oder sowas. Ich kenne auch niemanden der diese Annahme aus wissenschaftlicher Sicht vertritt und dabei über bloße Spekulation hinausgeht (spekulieren ist ja legitim).

Zitat von »weristgott.info«

Wie kann es sein, dass Materie ihren Ursprung in Nicht-Materie hat? Logisch ist das nicht, aber die Logik ist Deiner Argumentation zufolge vermutlich auch erst mit dem Urknall entstanden bzw. wurde irgendwann von den Menschen „entdeckt“, so dass das Nichts auch keiner Logik bedarf.

Das habe ich ja gezeigt, wenn es ein Nichts mal gab (Spekulation), dann gab es dort auch keine Naturgesetze und, wie richtig geschlussfolgert wurde, auch keine Logik. Wenn es aber auch keine Naturgesetze und so gab, dann auch kein sogenanntes Kausalitätsprinzip, welchem eine Entstehung aus dem Nichts entgegenstehen würde. Denn wenn wir von einem Nichts sprechen, dann ist da auch nichts, wäre ein Kausalitätsprinzip oder allgemein Naturgesetze vorhanden, kann man doch hier gar nicht mehr von einem Nichts sprechen. Mit meiner/unserer Logik habe ich lediglich logische Aussagen über ein mögliches "Davor" (also vor dem Universum) davor gemacht.

Zitat von »weristgott.info«

Das ist ein ziemlich interessantes und fast schon philosophisches Gedankenspiel, aber wie plausibel oder wahrscheinlich es ist, muss am Ende jeder für sich persönlich entscheiden. Die Annahme eines ursprünglichen, absoluten Nichts ist damit – genau wie die Annahme eines ewigen Gottes – letztlich eine Glaubensfrage.

Ja, aber wie gesagt, diese Position vertrete ich nicht. Ich wollte damit nur aufzeigen, dass obige kritisierte Aussage nicht zutreffen kann.

Zitat von »weristgott.info«

Auch hier hast Du zunächst Recht: Der Energieerhaltungssatz besagt, dass sich die Gesamtenergie innerhalb eines abgeschlossenen Systems (also z.B. des Universums) im Zeitablauf nicht verändert. Gleichzeitig wird in der Physik jedoch davon ausgegangen, dass unser Universum einen absoluten Anfang hat und auch ein absolutes Ende haben wird, also gerade nicht ewig ist.

Könnte ich dazu ein paar Quellen bekommen?

Zitat von »weristgott.info«

Aus diesem Grund ist der Energieerhaltungssatz im Zusammenhang mit der experimentell hinreichend bestätigten Allgemeinen Relativitätstheorie auch unter bestimmten Bedingungen ungültig. Problematisch wird dies vor allem dann, wenn man davon ausgeht, dass alles Existierende seinen Ursprung im Nichts hat (s.o.): Denn wie kann alles einen Ursprung haben (selbst wenn man diesen Ursprung als „Nichts“ definiert), aber gleichzeitig ewig sein?

Ja das beißt sich wenn ich annehmen würde, es war mal ein Nichts und daraus enstand dann alles, was ich aber nicht tue. In meinem ersten Beitrag in diesem Strang, kann ich auch keine solche Position von mir entdecken. Ich stellte lediglich, wie auch in diesem Beitrag oben, fest, dass so etwas denkbar ist. Bzw. ich stellte logische Schlussfolgerungen an.

Ich wollte auch an dieser Stelle nur aufzeigen, dass ein Verfall von Materie, nichts damit zu tun hat, dass es endlich ist.

Zitat von »weristgott.info«

Was Emotionen, Sehnsüchte und Gewissen sind – und vor allem: woher sie kommen –, ist selbst in der modernen Wissenschaft bislang nicht abschließend geklärt.

Sollte aber deswegen doch nicht als Lückenfüller dienen oder?

Woher sie kommen ist indessen aber schon klar, das zeigt die neurologische Forschung. Wie ja im weiteren Verlauf des Zitats auch von eurer Seite dargestellt wird.

Zitat von »weristgott.info«

Doch auch wenn man davon ausgehen möchte, dass Emotionen, Sehnsüchte und Gewissen nicht mehr und nicht weniger sind als biochemische Reaktionen (und damit letztlich Materie), dann erklärt dies nicht ihren Ursprung.


Wieso nicht? Wenn man einen Menschen an Kabeln anschließt um damit biochemische Reaktionen zu messen und dann beim Probanden verschiedene Emotionen auslöst, dann werden diese sichtbar. Die weitere Frage lautet dann nur noch, wie sind diese evolutionär entstanden. Aus der Tatsache, dass man in diesem Gebiet noch wenig weiß, folgt daraus aber überhaupt nicht, dass da die ET ein Erklärungsnotstand hätte. Wenn man zum Beispiel zwei noch unentdeckte Arten in geologischen Schichten entdeckt und merkt, vom Äußeren her scheinen die Vorläufer und Nachfahre zu sein, aber man noch nicht erklären kann aus welcher Selektionsdruck wohl dazu geführt hat, dass aus dem Vorläufer genau dieser Nachfahre zustande kam, folgt daraus ebenso wenig, dass die ET hier auf einmal ein Erklärungnotstand hätte, das nur als Beispiel!

Zitat von »weristgott.info«

Auch hier verbleiben also wieder nur die drei o.g. Möglichkeiten: Emotionen, Sehnsüchte und Gewissen stammen entweder (1) aus dem Nichts, (2) aus einer ewigen Materie oder (3) von einem ewigen, liebevollen und gerechten Gott.

Oder einem bösen und rachsüchtigen Gott oder gar böse und rachsüchtige Götter oder aber liebevolle und gerechte Götter oder aber von einem Gott der alles schuf und ansonsten nicht mehr eingriff (Deismus) oder oder oder...., die Möglcihkeiten gehen ins Unendliche und sind nicht auf 3 Möglichkeiten zu reduzieren. Von daher sollte man, angesichts der Fülle an (denkbaren!) Möglichkeiten, lieber beim Überprüfbaren bleiben. Die ET ist ein mächtiges Werkzeug um Vorgänge in der Natur zu erklären, man sollte sie auch weiterhin benutzen für Sachen die erst noch genauerer Forschung bedarf!

Zitat von »weristgott.info«

Und welche dieser drei Optionen man für am plausibelsten und wahrscheinlichsten erachtet, ist wiederum eine Frage des Glaubens bzw. der Überzeugung. Und es ist eine Frage dessen, woran man glauben möchte: daran, dass alles Existierende nur zufällig existiert, weil es ohne erkennbaren Grund aus dem Nichts oder aus einer „seelenlosen“ Materie entstanden ist, oder daran, dass alles Existierende seinen Ursprung in einem Gott hat, der unserem Leben einen Sinn gibt.

Ich möchte an dieser Stelle mal darauf hinweisen, dass in dieser Webpräsenz in Literaturempfehlungen unter anderem der "Gotteswahn" von Richard Dawkins genannt wurde. Den solltet ihr doch mal lesen!

Genau genommen ist der Spruch Zufall irgendwie in inflationären Verbrauch vorhanden. Genau genommen hat die ET mit Veränderung durch Mutation und natürliche Selektion nur sehr wenig mit Zufall zu tun.

Zufall überhaupt ist irgendwie ein schwer abgrenzbarer (bwz. definierbarer) Begriff.

Andreas

Anfänger

Registrierungsdatum: 2. Januar 2009

Beiträge: 8

17

Freitag, 27. Februar 2009, 15:29

Zitat von »weristgott.info«

Wenn man annimmt, dass die Materie ewig ist, dann ist die Frage nach dem Ursprung alles Existierenden (und damit aller Materie) nicht beantwortbar. Denn dann hat alle Materie ihren Ursprung in sich selbst, da sie ewig ist. Am Ende "beißt" sich bei dieser Argumentation also "die Katze in den eigenen Schwanz".

Wenn man hingegen annimmt, dass es einen ewigen Gott gibt, dann ist die Frage nach dem Ursprung alles Existierenden (und damit aller Materie) beantwortbar. Denn dann hat alle Materie ihren Ursprung in einem ewigen Gott, der selbst keine Materie ist und daher keines Ursprungs bedarf.

Nein eigentlich nicht, beim ersteren sagt ihr, "die Katze beißt sich in den eigenen Schwanz", unter Annahme der Ewigkeit des Universums (und damit auch der Materie), sei der Ursprung alles Existierenden nicht mehr beantwortbar, logischerweise trifft das auch bei Zweiterem zu, wo gesagt wird, Gott existiert ewig. Da wird doch exakt dasselbe ausgesagt, nur anstatt Materie ist Gott ewig. Da Gott ewig ist ist auch hier der Ursprung alles Existierenden nicht beantwortbar (Gott selbst zählt da ja auch zu allem Existierenden).

;)

weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

18

Freitag, 27. Februar 2009, 19:13

Zitat von »Andreas«

Genau, wobei ich mich da zu keinen Aussagen hinreißen lasse.

Okay, aber es wäre natürlich trotzdem interessant zu hören, was Deiner Meinung nach die plausibelste Erklärung für die Existenz des Universums ist... ;)

Zitat von »Andreas«

„Gleichzeitig wird in der Physik jedoch davon ausgegangen, dass unser Universum einen absoluten Anfang hat und auch ein absolutes Ende haben wird, also gerade nicht ewig ist.“

Könnte ich dazu ein paar Quellen bekommen?

Die Annahme eines absoluten Anfangs ist Teil der Urknalltheorie. Die Annahme eines absoluten Endes findet sich in der Big-Crunch-Theorie.

Zitat von »Andreas«

„Doch auch wenn man davon ausgehen möchte, dass Emotionen, Sehnsüchte und Gewissen nicht mehr und nicht weniger sind als biochemische Reaktionen (und damit letztlich Materie), dann erklärt dies nicht ihren Ursprung.“

Wieso nicht? Wenn man einen Menschen an Kabeln anschließt um damit biochemische Reaktionen zu messen und dann beim Probanden verschiedene Emotionen auslöst, dann werden diese sichtbar.

Du verwechselst „Ursprung“ und „Ursache“. In Deinem Beispiel werden bestimmte Emotionen durch äußere Reize verursacht bzw. ausgelöst. Aber dies erklärt noch nicht, warum Emotionen überhaupt existieren, also was ihr originärer Ursprung ist.

Zitat von »Andreas«

Von daher sollte man, angesichts der Fülle an (denkbaren!) Möglichkeiten, lieber beim Überprüfbaren bleiben.

Das ist ein legitimer Ansatz. Aber es wäre vielleicht besser, wenn Du nicht „sollte man“, sondern „kann man“ schreibst. Denn es erscheint nicht weniger legitim, auch über Optionen nachzudenken, die nicht (wissenschaftlich) überprüfbar sind – vor allem, wenn man bedenkt, wie viele Fragen es gibt, die die Wissenschaft bislang nicht beantworten kann (zum Beispiel die elementarste aller Fragen nach dem Ursprung des Universums).

Zitat von »Andreas«

Genau genommen ist der Spruch Zufall irgendwie in inflationären Verbrauch vorhanden. Genau genommen hat die ET mit Veränderung durch Mutation und natürliche Selektion nur sehr wenig mit Zufall zu tun. Zufall überhaupt ist irgendwie ein schwer abgrenzbarer (bwz. definierbarer) Begriff.

Klar, die Evolution funktioniert gemäß der Evolutionstheorie natürlich nach einer bestimmten Systematik. Doch warum existiert diese Systematik überhaupt? Wieso existiert die Evolution überhaupt? Wieso existiert das Universum überhaupt? Wenn man die Existenz einer höheren Macht bzw. eines Gottes ausschließt, dann hätte alles auch anders oder gar nicht kommen können. Das ist es, was in diesem Zusammenhang mit „Zufall“ gemeint ist.

Zitat von »Andreas«

„Wenn man annimmt, dass die Materie ewig ist, dann ist die Frage nach dem Ursprung alles Existierenden (und damit aller Materie) nicht beantwortbar. Denn dann hat alle Materie ihren Ursprung in sich selbst, da sie ewig ist. Am Ende "beißt" sich bei dieser Argumentation also "die Katze in den eigenen Schwanz". Wenn man hingegen annimmt, dass es einen ewigen Gott gibt, dann ist die Frage nach dem Ursprung alles Existierenden (und damit aller Materie) beantwortbar. Denn dann hat alle Materie ihren Ursprung in einem ewigen Gott, der selbst keine Materie ist und daher keines Ursprungs bedarf.“

Nein eigentlich nicht, beim ersteren sagt ihr, "die Katze beißt sich in den eigenen Schwanz", unter Annahme der Ewigkeit des Universums (und damit auch der Materie), sei der Ursprung alles Existierenden nicht mehr beantwortbar, logischerweise trifft das auch bei Zweiterem zu, wo gesagt wird, Gott existiert ewig. Da wird doch exakt dasselbe ausgesagt, nur anstatt Materie ist Gott ewig. Da Gott ewig ist ist auch hier der Ursprung alles Existierenden nicht beantwortbar (Gott selbst zählt da ja auch zu allem Existierenden).

Nein, es besteht ein entscheidender Unterschied, der sich daraus ergibt, dass Gott per definitionem keine Materie und damit nicht Teil des (materiell) Existierenden ist. Den Ursprung alles (materiell) Existierenden kannst Du bei der Annahme ewiger Materie nicht bestimmen, da Du dabei die Existenz von Materie durch sie selbst zu erklären versuchst. Bei der Annahme eines (nicht-materiellen) ewigen Gottes kannst Du den Ursprung alles (materiell) Existierenden hingegen erklären (s.o.).

Wie Du richtig sagst, erklärt dies natürlich noch nicht die Existenz Gottes. Da Gott in unserer Argumentation aber ewig und nicht-materiell ist, stellt dies unter logischen Gesichtspunkten kein Problem dar.

Michael

unregistriert

19

Mittwoch, 18. März 2009, 12:12

RE: RE: Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

Atheisten glauben tatsächlich, dass alles Existierende (und damit auch wir Menschen) rein zufällig aus der Materie und der Energie des Urknalls entstanden sind.

Einspruch. Als Physiker muss ich hier widersprechen. Es wird intensiv danach gesucht, nach welchen Gesetzmäßigkeiten das Universum und auch wie Menschen entstanden sind. Wenn wir "Zufall" definieren als Ereignisse, für die es keine Gesetzmäßigkeit gibt, dann würden wir die Suche danach sofort einstellen müssen. Wenn wir die Definition aber dahingehend umformulieren, daß wir sagen: "Zufälle sind Ereignisse, für die wir (noch) keine Gesetzmäßigkeiten kennen." dann sind viele Ereignisse (noch) zufällig, aber die Suche nach den Gesetzmäßigkeiten ist sinnvoll. In diesem Sinn gehen die Wissenschaftler vor. Bisher ist sicherlich erst ein kleiner Teil der Fragestellungen gelöst, und es tauchen auch immer neue auf, aber Gott nun hinter dem Zufall, also den ungeklärten Fragestellungen zu vermuten ist nicht seriös.
Gruß Michael

weristgott.info

Administrator

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2008

Beiträge: 173

20

Mittwoch, 18. März 2009, 14:04

RE: RE: RE: Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

Wenn wir "Zufall" definieren als Ereignisse, für die es keine Gesetzmäßigkeit gibt, dann würden wir die Suche danach sofort einstellen müssen. Wenn wir die Definition aber dahingehend umformulieren, daß wir sagen: "Zufälle sind Ereignisse, für die wir (noch) keine Gesetzmäßigkeiten kennen." dann sind viele Ereignisse (noch) zufällig, aber die Suche nach den Gesetzmäßigkeiten ist sinnvoll.

In der obigen Diskussion ging es doch um etwas ganz anderes und der Begriff "Zufall" wurde dort auch in einem anderen Zusammenhang verwendet: Es sollte dabei gar nicht bestritten werden, dass im Hinblick auf die Entstehung und Entwicklung des Universums wissenschaftlich bestimmbare Gesetzmäßigkeiten existieren. Das Problem ist jedoch, dass diese Gesetzmäßigkeiten bei der Frage nach dem Ursprung des Universums bzw. nach dem Auslöser des Urknalls nicht mehr greifen. Denn der Urknall gilt in der Physik als der Beginn von Raum und Zeit (und damit auch als der Beginn des Ursache-Wirkungs-Prinzips). Somit stößt die Physik bei der Frage nach dem Auslöser des Urknalls mit dem Kausalitätsprinzip zwangsläufig an ihre Grenzen. Ob man den Auslöser des Urknalls in der Physik dann als "Zufall" (im o.g. Sinne) oder als "nicht kausal erklärbar" bezeichnet, spielt letztlich doch keine Rolle, weil es auf dasselbe hinausläuft.

Gott nun hinter dem Zufall, also den ungeklärten Fragestellungen zu vermuten ist nicht seriös.

Der Glaube an Gott hat nichts mit Seriosität oder Unseriosität zu tun.

Thema bewerten